Digitales Leben

Ich bin ’89 geboren. Und jeder, der zu dieser Zeit plus ein paar Jahre auf die – damals analoge – Welt gekommen ist, hat noch erlebt, was es bedeutet: Überweisungsvordrucke in der Bankfiliale nebenan abzugeben, Urlaubsfotos entwickeln zu lassen oder die Telefonleitung abzuziehen, um das Internet einzuschalten. Heute geht das alles schneller, bunter und besser.

Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht schon morgens nach meinem Smartphone taste, mindestens dreimal den Snooze-Button drücke, dann im Halbschlaf Mails und WhatsApp-News lese und noch ein bisschen auf Facebook rumscrolle. Zum Zähneputzen dudelt Spotify mich wach. Nicht zu vergessen ist der obligatorisch hastige Blick in die VVS-App. In der Bahn angekommen, kann ich mich dann in aller Ruhe den Online-Nachrichten widmen.

In unserer digitalen Welt zu leben, heißt für mich, frei zu sein: auf Informationen, Erfahrungen, Perspektiven ganz einfach und schnell zuzugreifen; unabhängig zu entscheiden; meine Meinung ungefiltert kundzutun. Google ist für mich da, wenn ich wissen will, wer die besten Konditionen bietet oder das leckerste Sushi der Stadt macht. Und wie glücklich einen die kleinen und größeren Entscheidungen machen, erzählt man dann wieder all den anderen, die auch gerade auf der Suche sind.

Die Digitalisierung hilft uns nicht nur bei Entscheidungen schneller ans Ziel. Sie bringt uns auch bequemer von A nach B. Elektroautos 2go stehen am Straßenrand bereit. Das ist ideal für Leute wie mich, die in der Stadt wohnen und kein eigenes Auto besitzen. Auch der Umwelt gefällt das.

Fakt ist, der digitale Wandel verändert unser Leben – wie wir aufstehen, kommunizieren, recherchieren, uns fortbewegen, Musik hören, lesen, arbeiten und abends wieder ins Bett gehen. Selbst das Kochbuch habe ich durch mein iPad ersetzt. Der letzte Tag, an dem ich komplett offline war, ist schon eine Weile her.