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Palazzo Stuttgart – Zu Gast bei Harald.

Palazzo Stuttgart.

Dieses Jahr hat der Nikolaus etwas ziemlich Exquisites in meine Stiefel gesteckt: Eine Einladung in Haralds Zelt. Harald Wohlfahrt ist den meisten Stuttgartern ein Begriff - zwischen November und März hängen an vielen Ecken Plakate, die für seine Dinner-Show werben. Und falls man die übersieht, erzählen bestimmt die Kollegen oder Freunde von ihren Erlebnissen. Das hat sicher auch meinen Nikolaus inspiriert.

Und so machen wir uns an einem Mittwoch vor Weihnachten auf die Socken zu Haralds Spiegelpalast – wie sein Zelt auf dem Cannstatter Wasen-Platz heißt. Dort angekommen geben wir erst mal unsere Jacken ab. Weil wir noch schnell den Geldbeutel aus der Manteltasche ziehen, insistiert die Garderoben-Dame gleich. „Hier kommt nix weg“, sagt sie. Davon sind wir überzeugt, aber die Getränke muss ja auch einer zahlen. In unserem Kartenpreis sind Dinner und Show inklusive.

Der Eingangsbereich ist voller Nostalgie und komplett in rot. Auch die Gäste haben sich für den Abend fein herausgeputzt. Im Hauptzelt warten schick eingedeckte Tische. Die Kellnerin führt uns an unsere Plätze in der Bühnenloge. Hier gibt es die günstigsten Karten – können wir nur empfehlen: denn zum Essen gibt es in jedem Bereich das gleiche und man sieht auch von hier alles bestens.

19.30 Uhr. Es geht los. Kai Eikermann, Comedian, Breakdancer und Moderator des Abends begrüßt, macht ein paar Späße und stellt alle Künstler vor. Beatboxer Robeat, der während der Show einige Einlagen auf die Bühne bringen wird, gibt eine Kostprobe. Die Sidewalkers, die den kompletten Abend wirklich super Musik machen – von Aretha Franklin „Say a little prayer“ über Amy Winehouse, Seal „Kiss from a rose“ oder Marlene Dietrich „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ war alles mal dabei – stimmen mit ein.

Dann gibt es den ersten Gang: geräucherte Eismeerforelle auf Ananas-Mango-Chutney und Thai-Vinaigrette. Schmeckt super. Kaum ist die letzte Gabel im Mund, kommt der nächste Act auf die Bühne. Michel Clark liefert mit ihren Hula-Hoop-Reifen eine sexy und zugleich künstlerisch beeindruckende Performance.

Nicht weniger verführerisch ist der nächste Programm- oder eher Menüpunkt: Schaumsuppe von roter Paprika, mit Ingwer aromatisiert, und Croustillant von der Jakobsmuschel. Ein Traum. Und das Beste: Man darf die Suppe selber schöpfen. Und nachschöpfen.

Ehe die Kellner den Hauptgang – Entenbrust mit Tannenhonig auf karamellisiertem Rotkohl, kleinen Topfenknödeln und Kardamom-Sauce – servieren, führt Sascha Bachmann verschiedene Kunststücke im Handstand vor. Danach legen Roman und Slava legen noch eine lustige Steptanz-Einlage aufs Parkett, auch das Duo Elja am Trapez kann sich sehen lassen. Meine Favoritin unter den Artisten: Marjorie Mantel – die Kanadierin macht einen super verrückten, clownigen, extravaganten Eindruck und ist eine Meisterin des Verbiegens.

23.30 Uhr. Nach dem Dessert – einem Haselnuss-Parfait mit Cocktail von Zitrusfrüchten, Grand Marnier-Milchschaum und Passionsfrucht-Sorbet – ist die Zeit reif für ein Resümee. Die Show und auch das Essen haben uns überzeugt. Wir kommen nächstes Jahr wieder.

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